Der Schätzerkreis teilte nach zweitägigen Beratungen gestern Abend einvernehmlich mit, dass er für 2010 ein Defizit im Gesundheitsfonds von 7,8 Milliarden Euro beziehungsweise unter Berücksichtigung der sogenannten Konvergenzklausel von 7,4 Milliarden Euro erwartet.
Dem Schätzerkreis gehören Vertreter des noch von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) geführten Bundesministeriums für Gesundheit (BMG), des GKV-
Mit der Prognose haben die neuen Bündnispartner einen wichtigen Eckpunkt für ihre Verhandlungen gesetzt bekommen. Die FDP würde am liebsten den Gesundheitsfonds rückgängig machen; die Union will an dem von den GKV-
Aus konjunkturellen Gründen hatte die scheidende schwarz-
Angesichts der Wirtschaftskrise hatte der Schätzerkreis zuletzt ohnehin einen Einnahmeausfall von knapp drei Milliarden Euro unterstellt; diese Prognose wurde jetzt aber auf ein Minus von 2,3 Milliarden Euro verbessert.
Die Ausgaben des Gesundheitsfonds werden dem Schätzerkreis zufolge im kommenden Jahr auf 174,2 Milliarden Euro von noch 167,1 Milliarden Euro in diesem Jahr steigen. Die Einnahmen würden voraussichtlich bei 167,2 Milliarden Euro liegen, wobei der darin enthaltene Bundeszuschuss dann auf 11,7 Milliarden Euro anwächst.
Hiervon würden den aktuell knapp 190 gesetzlichen Krankenkassen 166,4 Milliarden Euro zugewiesen sowie 0,3 Milliarden Euro aufgrund der Konvergenzregelung. Die verbleibenden 0,5 Milliarden Euro sollen dem Aufbau der Liquiditätsreserve des Fonds dienen.
Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem sagte dem Tagesspiegel, im Prinzip gebe es vier Möglichkeiten, dem Milliardenloch zu begegnen. Man könne der Beitragssatz anheben, ein Feuerwehrpaket zur Kostensenkung schnüren, die Steuerzuschüsse noch weiter erhöhen oder nichts tun, was die GKV-
Laut Gesetz muss die Regierung nur dann den Einheitsbeitrag anheben, wenn der Gesundheitsfonds die zu erwartenden Kosten nicht mehr zu 95 Prozent deckt. Für die fehlenden fünf Prozent müssten dann die Versicherten gerade stehen.