05.10.2017
Banking

Rechtzeitig schenken und Steuern sparen
Wer Teile eines größeren Vermögens rechtzeitig seinen Kindern oder Enkeln zukommen lässt, hilft ihnen, kräftig Steuern zu sparen. Dank hoher Freibeträge bleiben Schenkungen unter nahen Angehörigen meist komplett steuerfrei. Nicht nur Bankguthaben lassen sich unbesteuert verschenken, sondern auch Wertpapiere oder Immobilienbesitz.

 

Geben ist seliger als Nehmen, so heißt es im Volksmund. Schenkungen sind zwar grundsätzlich steuerpflichtig, nahen Angehörigen gewährt der Gesetzgeber aber hohe Freibeträge. Die Höhe des Freibetrags bemisst sich nach dem Verwandtschaftsgrad. Ebenso wie eine Erbschaft bleibt eine Schenkung bis zu einer Höhe von 400.000 Euro je Kind steuerfrei, Enkel profitieren von einem Schenkungssteuer-Freibetrag von immerhin 200.000 Euro. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner dürfen sogar bis zu 500.000 Euro steuerfrei erhalten. Nach zehn Jahren können die Freibeträge übrigens erneut in Anspruch genommen werden, so lassen sich auch große Vermögen nach und nach ohne Zugriff durch den Fiskus verschenken. Eine Schenkung ist allerdings endgültig und im Normalfall nicht rückgängig zu machen. Die Übertragung muss auf ein Konto erfolgen, auf das der Beschenkte alleine und unbeschränkt Zugriff hat. Als steuergünstigen Parkplatz für eigenes Geld kann man die Konten der Kinder also nicht nutzen, sonst erkennt das Finanzamt die Schenkung nicht an.

 

Eine Schenkung ist auch ohne Formalitäten wirksam, etwa wenn der Vater der Tochter einfach einen Umschlag mit Bargeld überreicht. Um Zweifel auszuschließen und gegenüber dem Finanzamt einen Nachweis in der Hand zu haben, ist bei größeren Summen aber eine Dokumentation zu empfehlen. Dazu reicht beispielsweise ein von beiden Beteiligten unterschriebenes Schriftstück, in dem der Zeitpunkt und die Höhe der Schenkung aufgeführt sind.